Bye Bye Produkttesterei – zwischen Spaß und Pflicht

28. Juli 2019
Bye Bye Produkttesterei – zwischen Spaß und Pflicht

Ich glaube ich war gerade 18 als ich mit meiner Produkttesterei startete. Damals nicht auf diesem Blog, sondern noch auf Facebook. Ich hatte einen Bericht im Fernsehen gesehen, dass Firmen für deine Meinung Produkte verschicken. Einfach so zum Testen. Als Dank bekommen sie dann von dir eine Rezession. Kurz darüber nachgedacht war mir klar: 

  • ich mag es meine Meinung kund zu tun
  • ich mag es zu schreiben, zu quatschen und zu erzählen
  • ich mag neue Produkte zu testen und bin ein klassisches Verpackungsopfer

Gesagt, getan ich wühlte mich durch die Tiefen des Internets. Meldete mich an jeder erdenklichen Plattform an um an die „Gratis“ Produkte zu kommen. Und siehe da, es funktionierte. Zu Anfang habe ich wirklich viel getestet. Kaugummis, Fertigkuchen, Unmengen verschiedener Shampoo, Chipstüten, Kaffeebohnen, sogar einen ziemlich hochpreisigen Duft habe ich mir durch meine Meinung und die Bereitschaft Werbung zu machen, „verdient“. Und es hat mir wirklich Spaß gemacht. Fotos von den Produkten zu machen, Leute zu bequatschen, Proben zu verteilen und dann meine Ergebnisse einzutragen und zu veröffentlichen. 

Doch es hat sich was geändert

Irgendwann nahmen die interessanten Produkttests ab und ich habe aufgehört mich bei allem anzumelden. Stattdessen habe ich ausführlichere Berichte geschrieben und mehr Wert auf Produkte gelegt die mich wirklich interessieren. Das hat drei Gründe. Zum Einen nahm ich durch mein „Alles-was-geht-Testverhalten“ wirklich Interessierten wertvolle Plätze weg und zum Anderen wollte ich nicht für etwas werben, wo ich nicht hinterstehe. Mit dieser Tour fuhr ich eine ganze Weile ganz gut und fühlte mich damit auch sehr Wohl. Doch mittlerweile hat sich auch dieses wieder verändert.

Produkttesterei und die Politik?

Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich bin ein kleiner digitaler Konsumjunkie. Ich sauge nahezu alles auf was mir angeboten wird. Kleine Storys und Posts auf Instagram, spannende Blogartikel und Forenbeiträge, unterhaltsame YouTube-Videos, selbst Facebook würde ab- und an nochmal geöffnet und durchstöbert. Und an allen Ecken des Internets herrscht Angst, Unsicherheit und Verwirrung. Darüber was man noch sagen darf, wie viel Werbung ok ist und wie diese gekennzeichnet werden muss. Ich habe wirklich keine Angst vor dem Internet. Weshalb ich auch munter weiter Produkte verlinkt habe. Wen es stört, der muss es ja nicht konsumieren. Aber will ich mich der Gefahr wirklich aussetzen und es nicht rechtskonform machen? Ein kleiner Hinweis am Anfang einer Werbung schadet ja nicht. Und ganz ehrlich es ist auch wirklich nicht schlimm. Und genauso handhabe ich es auch. „Werbung“ bei bei allen Postings, egal auf welcher Plattform, egal ob selbst gekauft oder getestet. Aber sind wir mal ehrlich das ist ganz schön nervig immer diese Werbung.

Mama sagt: Verschenke nur was du selbst haben willst

Als kleines Mädchen habe ich meiner Kindergartenfreundin mal ein sehr tolles PollyPocket geschenkt. Sind wir mal ehrlich, ich wollte es nicht verschenken ich wollte es selber haben, unbedingt. Unter Tränen und Protest gab ich ihr die Schatulle. Und Mama sagte damals einen tollen Satz zu mir, der mich immer noch begleitet. Das Beste Geschenk, ist das welches man sich selber wünscht. Keine Sorge, mein Mann bekommt nicht bei jeder Gelegenheit Bastelmaterialien und Wellnesspakete und schimmernde Ohrringe. Aber der Leitsatz ist mir trotzdem ein Wegweiser in vielen Lebenslagen. So eben auch bei dieser Werbungs-Debatte.

Möchte ich Werbung sehen, wo die Leute nicht hinter stehen? Nein, möchte ich nicht! Empfehlungen funktionieren nur wenn Sie ehrlich sind. Wenn die Person weiß wovon sie spricht. Und wenn sie das Produkt wirklich aus vollem Herzen supporten kann und möchte.

Bye Bye Produkttesterei

Wie ihr wisst, schraube ich gerade an meinem Blog und dessen Inhalte. Dazu gehörte bis zu diesem Zeitpunkt auch die Produkttesterei. Doch von dieser werde ich mich nun wieder verabschieden. Ich möchte mir nicht mehr Gedanken machen müssen, ob der vorgeschlagene Artikel zu mir passt, wie ich ihn hier unterkriege und was ich dazu schreiben soll. Somit verabschiede ich mich hiermit von dieser Kategorie (weshalb ich, nebenbei bemerkt, vor vielen Jahren mit dem Bloggen begonnen habe) Ich möchte euch ehrlich zeigen, wovon ich begeistert bin. Weg von der Werbungs-Flut im Internet. Wo man nicht mehr weiß, ob die Leute die Produkte auch wirklich mögen. Somit heißt es für mich: Bye Bye Produkttesterei.

Ab jetzt ohne Werbung?

Ich habe lange darüber nachgedacht wie ich jetzt weiter vorgehen möchte. Wie gesagt ich habe keine Angst vor dem Internet. Aber die Debatte hat mich sehr zum Nachdenken angeregt, über Produkte und deren Werbung im Internet. Der einzig für mich vertretbare Weg ist, nur noch zu unterstützen, wo ich wirklich hinter stehe. Und damit meine ich nicht „ganz nette“ Produkte. Ich entscheide was mich interessiert. Was ich auch wirklich gebrauchen kann. Sind wir mal ehrlich, ich brauche kein Bodymousse. Solche Tests passen nicht mehr zu mir und haben hier nichts mehr verloren.

Nur noch ehrliche Empfehlungen

Also ja, es wird sicherlich noch die ein oder andere Werbung hier auftauchen. Aber ihr könnt euch darauf verlassen, dass diese Produkte mich auch wirklich begeistern, mir den Alltag erleichtern und ich sie benutze. Und zwar nicht nur zum Gratis-Testen. Wenn ich in meinem Alltag auf einen tollen Problemlöser treffe, der mich wirklich umhaut und von dem ich denke, das er auch euch helfen könnte. Dann wird das hier auch auftauchen. Als Empfehlung oder Vorschlag. Das gilt für selbstgekaufte Produkte und ganz besonders für Kooperationen. Weiterhin werde ich natürlich wie gewohnt kennzeichnen wie ich auf ein Produkt aufmerksam geworden bin. Damit ihr die volle Transparenz genießen könnt.

Wo finde ich jetzt deine Empfehlungen?

Ich denke es geht klar hervor, ich möchte weg von der Werbung. Somit brauche ich auch keine Kategorie mehr dafür. Sollte ich euch Produkte ans Herz legen wollen, findet ihr sie in Zukunft auch da, wo sie hingehören. Ich besuche einen tollen Workshop oder finde durch Zufall den ultimativen selbstnachfüllenden Kleberoller? Da würde ich mal unter Kreatives suchen. Ich habe endlich schöne Babysocken gefunden die ohne Tacker, Panzertape und Sekundenkleber an den kleinen Strampelfüßchen halten? Mama-Alltag. Ich glaube ihr versteht worauf ich hinaus möchte 😉

So, und nun miste ich meinen Reallife-Produkttester-Reste-Schrank aus !

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